Das grüne Zeitalter der alternativen Fakten

Erfunden hat den Begriff eine Trump-Beraterin, aber wenn es um alternative Fakten, also Lügen, geht, sind auch die Grünen vorn mit dabei.

Erinnert sich noch jemand an Sepp Daxenberger? Der Politiker dürfte selbst in Bayern nur noch wenigen bekannt sein, dabei ist es dieser Tage ziemlich genau zehn Jahre her, dass der Politiker viel zu früh an Krebs starb. Seine Sporen verdiente er sich als Bürgermeister im „tiefschwarzen“ Chiemgau – warum das von Bedeutung ist, nun, der Daxenberger Sepp war ein Grüner. Zuletzt einer der führenden Grünen in Bayern. Und auch wenn ein grüner Ministerpräsident, wie im benachbarten Baden-Württemberg, eher undenkbar ist, er hätte die Grünen zumindest in Süddeutschland prägen können, gemeinsam mit einem Winfried Kretschmann eine grüne Partei schaffen können, die sich um die Menschen und die Umwelt kümmert. Ja, der Daxenberger war ein Original. Jetzt hat Bayern eine grüne Doppelspitze, deren männlichen Teil niemand kennt, weil Katharina Schulze alles zu Tode lacht, als wäre sie eine zu früh wiedergeborene Claudia Roth – wenn sie nicht gerade ihre grüne Heuchelei zu Markte trägt, und zur Feier eines Wahlerfolgs mal nach Kalifornien jettet.

Warum ich gerade an Sepp Daxenberger denke? Na ja, ich habe mich gefragt, was er wohl zu diesem Wahlplakat seiner grünen Parteigenossen in NRW gesagt hätte. Der Landwirt, der mit beiden Beinen im Leben stand.

Was an diesem Wahlplakat nicht stimmt? Nun, es ist insofern die Verbreitung von alternativen Fakten, als das es suggeriert Kartoffelbauern könnten doch auf Glyphosat verzichten, und dennoch gute Kartoffeln haben. Das Problem: Glyphosat behandelt Kartoffeln wie Unkraut, Landwirte die es bei Kartoffeln einsetzen würden, würden damit ihre gesamte Ernte vernichten.

Okay, das Wahlplakat ist keine bewusste Lüge gewesen. Die – vermutlich ausgesprochene hippe, wie teure – Agentur die sich das alles ausgedacht hat, wusste es wahrscheinlich nicht besser. Urban Gardening ist zwar bei der hippen grünwählenden Stadtbevölkerung seit einigen Jahren richtig hip, aber man baut zu 90 % Chilis an und zu 10 % vielleicht noch Tomaten. (Bevor jetzt Fotos von meinem eigenen Balkon geleakt werden, ja, ich habe neben Kräutern auch nur Chilis und Tomaten, wenn auch im umgekehrten Verhältnis.) Was man weniger anbaut sind Kartoffeln, so große Balkone kann man sich auch als Hipster nicht leisten, als dass sich der Anbau wirklich lohnen würde. Ergo, man hat sich mit den Anbaubedingungen von Kartoffeln nie beschäftigt, da im eigenen Weltbild aber jeder Nicht-zertifizierte-Öko-Bauern Glyphosat verteilt, wie andere Leute ihren Rasen wässern, war ein perfekter Werbespruch geboren.

Grün ist man eben vor allem in der Stadt, weshalb die Landwirte draußen auf dem Land auch nicht als natürliche Verbündete gesehen werden, sondern als Feindbild herhalten müssen. Hier und da gab es mal mehr oder weniger erfolgreiche Versuche das zu ändern. Mit bodenständiger Politik (Sepp Daxenberger) oder teurerer Propaganda (Bienenvolksbegehren in Bayern). Aber so wirklich gelingen will die Etablierung der Grünen dort, wo die wenigen Flecken der Welt sich befinden, die noch grüne Natur sind, nicht wirklich.


Dicke Kartoffeln …. haha … so richtig bodenständig … hahah … so stellt man es sich bei den Grünen wahrscheinlich Volksnähe vor.

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