Ein Plädoyer: Der Stamm der Monarchie

Der Grund, warum der Stamm der Monarchie nicht wachsen kann, ist, weil die Republikaner den Boden vergiftet haben.

Der folgende Text ist die deutsche Übersetzung des Plädoyers für die Monarchie des Youtubers Fritz Imperial:

Ich denke, die Schwierigkeit, mich für die Monarchie auszusprechen, liegt darin, dass sie nicht etwas ist, wofür man unter unserem modernen utilitaristischen Regierungsverständnis der Gesellschaft gegenüber argumentieren könnte. Sie kann nicht einfach anhand von Zahlen gemessen werden. Sie ist nicht auf dem Reisbrett planbar, wie eine Verfassung. Die Monarchie ist keine kalte wissenschaftliche Weltanschauung, sondern eine inhärent menschliche Idee. Wenn Sie nach einer Liste von wirtschaftlichen und politischen Gründen suchen, warum eine Monarchie so viel besser wäre als eine Republik, dann schlage ich vor, Sie schalten dieses Video aus.

Was ich hier darlegen möchte, ist, dass eine Monarchie, jenes System, das Aristoteles als das eine Regierungssystem beschrieb,  das zum Wohle aller ausgeübt wird, und das, wenn sie mit unendlicher Weisheit und Wohlwollen geführt wird, die vollkommenste aller Regierungen das eine Regierungssystem ist, die menschliche Natur am besten widerspiegelt. Dabei gehe ich davon aus, dass die Erwartungen, die wir an den Herrscher haben, sehr ähnlich den Erwartungen sind, die wir an uns selbst haben sollten. Und ich denke auch, dass die Philosophen, die dies am besten demonstriert haben, Aristoteles und Konfuzius waren, denn für sie war das Verhältnis zwischen dem Einzelnen zu seiner Familie und der Gemeinschaft zur Nation ein und dasselbe. Konfuzius weist darauf hin, dass das Verhältnis zwischen Elternteil und Kind, Ehemann und Ehefrau, älterem und jüngerem Geschwisterpaar, älterem und jüngerem Freund, Herrscher und Untertan grundsätzlich dasselbe ist und nach denselben Prinzipien und Maßstäben funktioniert. Deshalb ist die Art und Weise, wie ein König regieren sollte, kein abstraktes Konzept, das sich dem menschlichen Verständnis entzieht, sondern etwas, das jeder in seinem täglichen Leben kennt. Ich denke, dass dieses Verständnis eine letztlich menschlichere Regierung ermöglicht, in der man die Menschen, über die man herrscht, wie Mitglieder der eigenen Familie behandeln sollte, anstatt sie als eine Ressource zu betrachten, die man für politische Macht ausbeuten kann. Deshalb war die Monarchie, wie sie in der Antike verstanden wurde, nicht von Natur aus elitär, sondern sie funktionierte. In dem Sinne, dass die Menschen die Monarchie als etwas verstanden, dass sich in ihrem eigenen Leben, der menschlichen Natur an sich widerspiegelte.

Eine der häufigsten Kritiken an der Monarchie in der modernen Welt lautet, dass die Weitergabe von Macht von Generation zu Generation keine gute Methode darstellt. Ich habe mich bemüht, einen besseren Weg zu finden, aber ist es nicht passend dies innerhalb von Familien zu tun, in denen wir unsere Werte, unseren Reichtum und unsere Traditionen an unsere Kinder weitergeben wollen? Und auch in einem breiteren gesellschaftlichen Sinne versuchen wir, das Gleiche zu tun, unsere Werte an die nächste Generation weiterzugeben. Warum sollte es also bei der Regierung anders sein?

Ein interessanter Punkt ist, dass nach einer Definition eine Monarchie niemals eine Tyrannei sein kann. Während die Tyrannei von einer Person zum Wohle des eigenen Ichs regiert wird, wird eine Monarchie von einer Person zum Wohle aller regiert. Nun auf die offensichtliche Kritik daran einzugehen, wie dieses schöne System der Monarchie daran gehindert werden soll, eine Tyrannei zu werden, ist eine kulturelle und moralische Frage. Letztlich denke ich, dass unabhängig von der Regierungsform Missbrauch und Ausbeutung am besten durch ein gemeinsames Moralverständnis verhindert werden kann, und ich denke, dass dies darauf hinausläuft, dass die Beziehung zwischen Herrscher und Untertanen die gleiche ist wie die, die wir in unserem eigenen Leben praktizieren, damit all dies funktioniert, selbst der zugrunde liegende moralische Rahmen, dem die Gesellschaft folgen soll.

Ich glaube, deshalb ist die Machtübergabe innerhalb einer Familie der beste Weg, denn so kann sichergestellt werden, dass diese Moral von Geburt an den zukünftigen Herrschern genauso gelehrt werden kann, wie wir es mit unseren eigenen Kindern tun wollen. Auf diese Weise können wir die Rechenschaftspflicht unserer Führer sicherstellen. Ich glaube damit eine gute philosophische Grundlage geliefert habe, warum eine Monarchie ein gültiges und gutes Regierungssystem ist. Auch deshalb war es für jeden, der vor der Französischen Revolution gelebt hat, ebenso undenkbar, die Monarchie in Frage zu stellen, wie zu fragen, warum der Himmel blau ist.

Ich behaupte, dass die Monarchie eine natürliche Widerspiegelung der menschlichen Natur ist, die Regierungsform, mit der sich die Menschheit am wohlsten fühlt und vertraut ist, und über Jahrhunderte hinweg offensichtlich funktioniert hat.

Die wahre Beweislast liegt also nicht bei der Monarchie, sondern bei den Befürwortern der liberalen Demokratie und der konstitutionellen Republik. Sie müssen mich davon überzeugen, warum es eine gute Idee ist, meine Argumentation aufzugeben. Warum, wenn die Idee der Demokratie der Menschheit doch innewohnt, die Demokratie in Teilen Europas während bestimmter Perioden der Geschichte von bestimmten Menschen entdeckt werden musste, die fast ausschließlich aus einer Wirtschaftsklasse stammten. Und warum die die Monarchie im Gegensatz dazu von fast der gesamten Menschheit während fast der gesamten Menschheitsgeschichte praktiziert wurde. Was sagt das über eine Demokratie aus, die anscheinend nur Wurzeln schlagen kann, wenn sie von Gewalt im Krieg begleitet wird. Auch Metternich wies darauf hin, dass der Übergang von einer Monarchie zu Republik mit Blut begleitet wurde.

Ich meine, welchen Sinn hat es, der Gesellschaft eine Republik aufzuzwingen, welchen Gewinn bringt es den Menschen tatsächlich? Freiheit. Erstens, was genau ist Freiheit wert, wenn sie nur mit einem Berg von Leichen errungen werden kann, und zweitens, wenn Demokratie die Menschen frei machen soll, warum haben dann die totalitärsten Regierungen in unserer Geschichte nur Macht und Raum eingenommen, ohne dass ein Monarch die Macht innehatte. (1) Und wie erklärt es sich, dass die Demokratien behaupten Machtmissbräuche wie Vetternwirtschaft und Korruption innerhalb der Monarchie abgeschafft zu haben, diese sich in demokratischen Republiken aber zu vervielfachen scheinen, was sie wiederum leugnen?

Und wie kommt es, dass nur in den Monarchien des Mittleren Ostens keine blutigen Bürgerkriege ausbrachen.

Alles in allem denke ich, dass das Gewicht der Geschichte entschieden dagegen spricht, dass die Demokratie eine gute Idee ist, und ich habe im Laufe der Geschichte lange versucht eine einzige Republik zu finden, abgesehen von Handelsrepubliken wie Venedig oder Nowgorod, die nicht scheiterten, während Monarchien gezeigt haben, dass sie bis ins Unendliche bestehen könnten.

Der Baum der Freiheit muss vielleicht tatsächlich mit dem Blut von Tyrannen und Patrioten getränkt werden. Aber niemand spricht über die zahllosen Unschuldigen, die ebenfalls Nahrung brauchen. Oder darüber, dass die Frucht, die dieser Baum hervorbringt, von all dem Blut unerträglich bitter werden muss.  Doch der Grund, warum man nicht für Monarchie argumentieren kann, ist nicht, dass der Baum der Monarchie nicht wachsen kann, sondern weil die Republikaner den Boden vergiftet haben. Ich glaube, dass die Republikaner der Nation das antun wollen, was die Wegnahme des Vaters einer Familie antut. All dies soll sagen, dass ich in der Republik existieren kann, aber wenn die Gesellschaft nach einem traditionellen Verständnis handeln würde, bei dem die individuelle Familiengemeinschaft und die Nation eins sind, würde es viel mehr wie eine Monarchie besser sein.


(1) An dieser Stelle sei vom Übersetzer die Kritik erlaubt, dass die Faschisten unter Mussolini die Macht in Italien ergreifen konnten, ohne die Monarchie zu beseitigen. Und der italienische König auf Basis eines knappen Ergebnisses einer Volksabstimmung abdankte.

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