Josef Meinrad liest Albino Luciani

Heute kennt man Josef Meinrad zumindest seinem Gesicht nach noch durch seine Rolle in den Sissi-Filmen. Doch das greift zu kurz.

Der Iffland-Ring gilt seit Generationen als die größte Auszeichnung für deutschsprachige Schauspieler. Er wird nicht verliehen, er wird gewissermaßen vererbt, denn der aktuelle Träger muss testamentarisch festlegen, wer ihn nach seinem Tod bekommt. Im letzten Jahr wechselte er zum letzten Mal den Besitzer, als Bruno Ganz ihn an Jens Harzer weitergab. Ganz wiederum bekam ihn aus den Händen des österreichischen Schauspielers Josef Meinrad.

Es geht die Legende, die, wie wir wissen, leider nicht wahr ist, dass Josef Meinrads sprichwörtliche Bescheidenheit so weit ging, dass er den Verdacht hegt, eigentlich gar nicht für den Iffland-Ring bestimmt gewesen zu sein. Josef Krauß habe lediglich im Sterbebett versucht den Nachfolger festzulegen, habe aber nur noch sagen können „Mein Rat …“, woraufhin alle vermuteten, es sei Josef Meinrad gemeint gewesen.

Die meisten werden diesen großen Darsteller nur noch aus seiner Nebenrolle in diversen Sissi-Filmen mit Romy Schneider kennen. Meiner Generation ist zudem seine Stimme tief ins Gedächtnis eingeprägt, sprach er doch den weißbärtigen Erzähler der Serie Es war einmal … der Mensch. Beides dürfte ihm jedoch nicht annähernd gerecht werden, als Schauspieler, als Mensch war der 1996 verstorbene Josef Meinrad so viel mehr.

Bei Youtube bin ich kürzlich auf dieses Kleinod gestoßen, in dem Josef Meinrad nichts anderes tut, als die Briefe von Albino Luciani, Bischof von Venedig, dem späteren Johannes Paul II, ihren historischen Empfängern vorzulesen. Das war 1984, undenkbar, heute so etwas noch einmal im Fernsehen zu sehen:

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