Dänemark plant Museum über deutsche Flüchtlinge

Während hierzulande die Geschichte deutscher Flüchtlinge aus Ostpreußen, Schlesien oder auch dem Sudentenland in Vergessenheit gerät, baut Dänemark nun ein Museum dazu.

Manchmal, wenn meine Großmutter von früher erzählte, begann sie auch etwas über ihre Zeit in Dänemark zu erzählen. Sie war dort nicht freiwillig gewesen, hatte dort aber zum ersten Mal nach ihrer Flucht aus Ostpreußen etwas Ruhe gefunden.

Die Geschichte der 250.000 Flüchtlinge, die vor allem zwischen Februar und Mai auf ihrer Flucht vor den sowjetischen Truppen in Dänemark Unterschlupf fanden, ist heute fast vergessen. Betreffe es nicht meine eigene Familie, wahrscheinlich wüsste auch ich nichts von den in der Mehrzahl Frauen, Kinder und alten Menschen, die dort an der dänischen Küste strandeten. Es waren vor allem Ostpreußen, die vor den nach Rache dürstenden Russen und den mörderischen Haltebefehlen der Nationalsozialisten um ihr nacktes Überleben kämpfend, dort strandeten.

Im Lager Oksbøl waren es ganze 36.000 auf einen Fleck, damit war das Lager quasi in wenigen Wochen zur fünft größten Stadt des Königreichs geworden. Und dort soll 2021 auch das neue Museum „Flugt“ eröffnet werden, das sich dieser Episode der europäischen Geschichte widmen.

weitere Informationen: Visit Denmark


Titelbild: Von Dirk Vorderstraße – Deutsche Kriegsgräberstätte Oksbøl, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31872116

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