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Migranten-Kriminalität: In Würzburg ist man genauso doof

Wenn meine Heimatstadt Würzburg auf einer Seite wie „Philosophia Perennis“ erwähnt wird, ahne ich nichts Gutes, sondern sogar etwas Schlimmes.

Und wie so oft, habe ich Recht. (Ich hasse es übrigens immer Recht zu haben.) David Berger greift in Würzburg: Ausländerkriminalität steigt enorm an – Oberbürgermeister will mehr Migranten zwei Berichte der Main Post auf, die das örtliche Monopol auf eine Regionalzeitung hält.

Was mich am meisten daran beunruhigt, ist die Tatsache, dass die Main Post das Thema überhaupt aufgreift. Während man in dunkler Vergangenheit Kritik einstecken musste, zu „schwarz“ zu sein, hat sich das Blatt längst in den linksliberalen Mainstreambrei eingefügt und ist – wie bei Brei so üblich – von den anderen Bestandteilen eigentlich nicht mehr zu unterscheiden. Wenn also eine Zeitung wie die Main Post das Thema nicht mehr länger ignorieren kann, muss es wirklich schlimm sein.

Statistisch gesehen kann man das schon mal beweisen. Minderjährige Migranten stellen einen Anteil von 4% an den Jugendlichen Würzburgs, sind aber für 22% (5% über dem Durchschnitt in Bayern) in der Kriminalitätsstatistik verantwortlich. Ein beängstigend hoher Anteil, halb so schlimm, sagen die Offiziellen.

„‚Man darf die Zahlen nicht klein reden, aber auch nicht dramatisieren‘, sagt Würzburgs Sozialreferentin Hülya Düber.“ – Quelle: Main Post

Im Anschluss bemüht sich die Sozialreferentin gleich Entschuldigungen zu finden. Sie seien allein, hätten eine traumatische Flucht hinter sich, wären nicht beschäftigt … und man wisse ja, sie können sich später doch gut integrieren.

Mir fallen dazu folgende Punkte ein:

  1. Das sind Ursachen, aber keine Entschuldigungen. Keiner dieser Jugendlichen kommt aus einem Kulturkreis, in dem Diebstahl oder Körperverletzungen legal sind. Sie entscheiden sich also bewusst etwas kriminelles zu tun.
  2. Es gibt in Würzburg einige 100 minderjähriger Migranten, die Meisten haben den gleichen Hintergrund, sind aber nicht kriminell geworden.
  3. Ist es den Opfern von heute schnurzpiepegal, ob sich die Täter morgen eventuell doch gut integrieren.

Da der unter dem Artikel enthaltene Statistik-Kasten zwar verwirren kann, aber man sich nicht sicher ist, wird andernorts eine Interview mit der Jugendhilfe der Stadt Würzburg nachgeschoben. Dort versteht man sich besser auf Zahlen, als im Sozialreferat und zählt auf:

  • Rund 2/3 der Fällen kämen gar nicht vor Gericht. Zitat: “ Bei ihnen geht es häufig um Körperverletzungen und Diebstahl und die Opfer sind oft ebenfalls Flüchtlinge.“
  • Der Anteil von minderjährigen Migranten beträgt zwar 22%, gleichzeitig seien es aber absolut gesehen so wenige, dass sie in der Bevölkerung untergehen würden.
  • 95% der straffällig gewordenen Jugendlichen werden danach „brave Bürger“.

Okay, zum einen ist Diebstahl Diebstahl, und Körperverletzung Körperverletzung. Und macht es bitte einen Unterschied, ob Migranten andere Migranten verprügeln, oder doch Migranten Deutsche? Was ist das denn bitte für eine Vorstellung? Oh, ja, damit will man die Bevölkerung beruhigen, die ohnehin ja statistisch gesehen nicht in Gefahr ist. (Und was die 95% angeht. Ich bezweifle irgendwie, dass dieser Zahl eine Statistik zugrunde liegt.)

Die offizielle Linie der Stadt lautet demnach: Macht doch kein Drama, ist doch nichts passiert.

Daran wird sich kaum etwas ändern, haben doch CSU, FDP und bürgerliche Wählervereinigungen erst kürzlich mit dem aktuellen Oberbürgermeister Schuchardt für die Kommunalwahlen 2020 jemanden ins Rennen geschickt, dem der Angstschweiß angesichts des grünen Gegenkandidaten in Wasserfällen herunterläuft. Die logische Konsequenz: Grüner als der Grüne sein. Was ungefähr genauso vielversprechend ist, wie der vorherige Versuch die AfD rechts zu wiederholen. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer ehrlichen Politik? Oh, ja, ‚tschuldigung, war’n Witz.

Man begeht also den alten Fehler, den ich hier ja schon einmal ausführlich ausgearbeitet habe. Obwohl, es sind natürlich zwei Fehler:

  1. Kann man das Problem nicht bekämpfen, wenn man es aus ideologischen Gründen oder wegen der Angst, es könne sich negativ auf die Mehrheit der nicht kriminellen Migranten auswirken, kleinredete bis ignoriert. Die einzige Konsequenz aus einem solchen Verhalten ist es bekanntlich, dass das Problem nur größer wird.
  2. Ein solches Verhalten ist Wasser auf die Mühlen der AfD und rechtspopulistischer und -extremistischer Gruppierungen. Es belegt ihre These des schwachen Staates und der aus ideologischen Gründen nicht handelnden Verantwortlichen. Oder mit anderen Worten, es steigert ihre Zustimmung in der Bevölkerung.

Ja, ich weiß, aus grüner Sicht ist der zweite Punkt eigentlich etwas gutes. Weil man sich als großer Gegenspieler der AfD versteht, steigen auch gleichzeitig die eigenen Umfrageergebnisse. Diese Win-Win-Situation trifft auf Würzburg allerdings (noch) nicht zu.

  1. Ich kann David Berger und seinen Blog nicht ausstehen.

    Die Haltung der Würzburger Behörden deckt sich mit dem, was in vielen anderen Gemeinden auch getan wird. Das ist sehr kritisch und hält den Streit über die gesamten Flüchtlingsthemen auf einem hohen Level. Wenn es „die Politiker“ gibt, zeigen sie sich lernresistent. Wir dürfen uns angesichts deren Unfähigkeit über den Aufstieg der AfD nicht wundern. Er hat damit zu tun, dass Politiker nicht einmal in der Lage sind, die Zustände im Land halbwegs realistisch zu beschreiben und sich noch viel weniger in der Lage sehen, sie zu ändern. Statt rigoros gegen gewalttätige Ausländer vorzugehen (egal wie alt sie sind!) und sie abzuschieben, wird nach Ausflüchten und Entschuldigungen gesucht. Und das ist ja nur eine Facette dieses Riesenproblems. Wir schaffen es nicht, den Leuten eine Perspektive für ihr Leben zu geben. Das wussten wir schon, bevor die Krise überhaupt losging. Die Bereitschaft zur Aufnahme von Fremden in die Bevölkerung hat seit 2015 von Jahr zu Jahr abgenommen. Das liegt daran, dass die meisten einen klareren Blick auf die Situation haben als „die“ Politik. Einzig AfD und Grüne positionieren sich klar. Ohne lautstarke, scharfe Auseinandersetzungen wird sich nichts ändern. Nur dafür sind wir Deutsche nicht gemacht. So ist zu befürchten, dass der Krug solange zum Brunnen geht, bis er bricht. Der Krug ist unsere Demokratie.

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