Der Konservative — Konservatismus ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.

Sportevents – Der Scheich ist nun mal reich

Nicht jeder Gladiatorenkampf im alten Rom endete deutlich, wirklich alt wurden die meisten Gladiatoren allerdings auch nicht.

Bis ein christlicher Kaiser den Spielverderber gab, gehörten die Spiele in der Arena in jeder größeren römischen Stadt zum beliebten Zeitvertreib. Auch wenn nicht wirklich alle Gladiatoren freiwillig in die Arena stiegen, das Leben hatte seine guten Seiten. Die Verpflegung war ausgezeichnet, die Leute jubelten einem zu und es soll auch Groupies gegeben haben. Wäre da nicht die Sache mit dem gewaltsamen Ableben in der Arena gewesen. Aber getreu dem allzeit – und auch heute noch – geltenden Motto „Brot und Spiele“ erfüllten sie ihren Zweck, sie amüsierten das Volk und hielte es so zumindest für eine gewisse Weise davon ab nachzudenken.

Auch wenn im Kampfsport immer wieder Disziplinen auftauchen, die sozusagen den alten Thrill aus den Ruinen auf die modernen Bildschirme holen wollen, von den alten Tagen sind UFC & Co. doch weit entfernt. Aber der Leistungssportler von heute kann auch bei anderen Sportverbänden – man entschuldige das Wortspiel – verheizt werden.

Beim Frauen-Marathon der WM in Doha herrschten 32 Grad und 73 Prozent Luftfeuchtigkeit, von den 68 Läuferinnen waren 28 klug genug, aufzugeben. Ganze 30 mussten medizinisch behandelt werden, was dem IAAF, laut Kicker, nur ein Lob für seine medizinische Versorgung der Athleten entlockte. Gut, Geld mag nicht stinken, Eigenlob aber schon.

Das das kleine Emirat Katar sportbegeistert ist, weiß man in der Welt seit langem. Die Leichtathletik-WM ist nicht der erste Großevent, den man sich gekauft hat und auch nicht der letzte der stattfinden wird. Das sich die sportbegeisterten Scheichs passend zu jeder Sportveranstaltung noch Sportler einkaufen und einbürgern, ist da nur noch eine Aufgabe für den Portokassenwart.

„Da draußen haben sie uns in einen Backofen geschoben. Sie haben aus uns Meerschweinchen gemacht, Versuchstiere“, wurde der französische Geher Yohann Diniz deutlich.  – kicker.de

Soweit, so bekannt … und hier fängt das Problem an. Jeder weiß, dass es eine – Pardon – Scheiß-Idee ist eine Leichtathletik- oder Fußball-WM auf der arabischen Halbinsel abzuhalten. Aber die Weltmeisterschaften finden dennoch statt. Ich meine, was machen schon schweißtreibende Temperaturen aus, wenn uns selbst die vom Blut der toten Bauarbeiter getränkten Fußballstadien egal sind?

Ich hätte da aber eine crazy Idee! Echt.

Nachdem es unrealistisch ist darauf zu setzen, dass Verbände wie der IAAF oder die FIFA ihr Korruptionsproblem lösen werden, sollten wir was machen. Also wir … Die Medien könnten zum Beispiel statt ein oder zwei pseudokritische Berichte, die sie irgendwann versenden, wenn gerade keine spannende Entscheidung fällt, gar nicht berichten. Na, wär das was? Die Sponsoren könnten sich überlegen, ob sie wirklich mit einer solchen absurden Großveranstaltung in Verbindung gebracht werden wollen. Besser noch, echte Sportfans könnten aufhören deren Produkte zu kaufen, weil es den Sport kaputt macht. Und übrigens, könnten auch die Athleten selbst sagen, so was mache ich nicht mit, statt sich hinterher zu beschweren als „Versuchstiere“ missbraucht worden zu sein. Ohne Stars ist nämlich selbst den Scheichs eine solche Veranstaltung das Geld nicht wert.

Klingt doch gut, oder?

Ja, ich weiß, das ist eine absolut illusorische Vorstellung. Eher findet sich eine ehrliche Haut im FIFA-Komitee, bevor so etwas passiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.