Maria 2.0, geplante Spontanreden, eine „zufällig“ anwesende Journalistin

Die Main Post-Journalistin Ursula Lux hat einen Skandal in der Katholischen Kirche aufgedeckt. Nicht alle Gläubigen folgen Maria 2.0.

In dem kleinen Dorf Forst, einem Teil der Gemeinde Schonungen bei Schweinfurt, fiel die Vorabendmesse zum Hochfest Maria Himmelfahrt der Gottesdienst aus. Das ist traurig, man darf also fragen warum. Nun, es war wohl eine Mischung aus einem kompromisslosen Pfarrer auf der einen, und Aktivistinnen, die Maria Himmelfahrt für ihre Ziele ausnutzen wollten, auf der anderen Seite. Was en Detail an diesem Abend in Forst geschah, wissen wohl nur jene, die dabei waren. Aus der Berichterstattung der Main Post jedenfalls, lässt sich die Wahrheit kaum herauslesen. Denn wahrscheinlich ist Ursula Lux‘ Kommentar zu dem Vorfall nur deshalb so kurz ausgefallen, weil ihr Bericht ein Musterbeispiel an Einseitigkeit darstellt. Exemplarisch sei zitiert:

„Nun, Pfarrer Andreas Heck hatte augenscheinlich kein Interesse daran, den Ball flach zu halten, er sorgte für einen handfesten Eklat.“ – Quelle: Main Post

Aktion – Reaktion … komplizierte Sache ….

Versuchen wir dennoch den Ablauf zu rekonstruieren, muss zunächst jene „Andacht“ erwähnt werden, die die Frauen von Maria 2.0 vor der Heiligen Messe abgehalten haben. Ganz in Weiß, die Uniform ihrer Protestbewegung, saßen sie auch danach noch in den Kirchenbänken, als der Pfarrer zur Messe aus der Sakristei kam. Dieser erkannte in der weißen Kleidung, dass, als was sie gedacht war, ein Protest gegen die Kirche in ihrer jetzigen Form. Barsch verwies er die Frauen der Kirche.

Ob er das hätte tun müssen? Nicht zwingend. Wäre er nicht so radikal vorgegangen, vielleicht hätte die Sache ganz anders ablaufen können.

Nö, hätte sie nicht!

Statt zu gehen, ging die Wortführerin nach vorn und ergriff das Wort, um zunächst harmlos ein paar Förmlichkeiten zu sagen. Doch dann muss sich die Situation überschlagen haben. Drama Baby, Drama! Doch überlassen wir noch einmal Frau Ursula Lux das Wort:

„Als sie [die Wortführerin der Maria 2.0-Aktion] danach begann „einige Punkte klar zu stellen“, stürmte Heck im barocken Messgewand zum Ambo und schrie: „Nein, hier nicht!“ Wutentbrannt riss er das Skript von Gressel [die Wortführerin der Maria 2.0-Aktion] vom Ambo und zerknüllte es. Ein Blitzlicht leuchtete auf, er zeigte auf die Fotografin …“ – Quelle: Main Post

Ja, scheinbar stimmt es, wir Katholiken können immer noch die beste Show abziehen. Eine Show nach Drehbuch scheint mir mit diesem Absatz allerdings auch Seitens der Maria 2.0-Aktivistinnen belegt. Es gab ein Skript, das die Forderungen von Maria 2.0 erläutert? Trägt man das ständig bei sich, falls sich mal die Gelegenheit bietet, spontan eine Rede zu halten. Und dann war da noch ein Fotoapparat im Anschlag? Das rein zufällig eine Journalistin vor Ort war …. Puh, was für ein Zufall. Wahrscheinlich hat es auch nichts zu bedeuten, das Ursula Lux auf ihrer Webseite angibt Theologin zu sein. Da gibt es bestimmt keinen Zusammenhang zwischen ihr und Maria 2.0. Ganz bestimmt, das würde ja gegen den journalistischen Ethos verstoßen, das würde die altehrwürdige Main Post niemals durchgehen lassen.

Nein, war nur Spaß, natürlich weiß die Main Post das wahrscheinlich alles und lässt es durchgehen.

Das ist natürlich letztlich nicht witzig. Denn wenn nicht mehr zwischen Aktivist und Journalist unterschieden wird, dann kann man den Journalismus auch gleich ganz lassen. Wenn ich hier einseitig schreibe, dann ist das erwartbar – auch wenn ich zumindest versuche, auch immer die andere Seite einzubeziehen. Wenn aber eine einstige Qualitätszeitung auf diesen grundlegenden journalistischen Wert scheißt – und Entschuldigung, dass ich das so hart sage – dann halte ich das für eine schlimme Sache. Ja, es ist gerade schick sich antikirchlich zu gebärden. Abgesehen davon, dass einige Mitglieder des deutschen Episkopates eher an einer Evangelischen Kirche 2.0 bzw. deutschen Nationalkirche zu arbeiten scheinen. Während der große Rest der Hirten aus Angst vor der durch Medien und soziale Medien durchgeführten Zerstörung ihrer gesellschaftlichen Existenz schweigt. Und es ist gerade auch besonders leicht, weil man jedem nur „Kinderficker“ entgegnen muss, der sich auf Seiten der Kirche stellt. Dann werden Reformbewegungen hochgejubelt, obwohl einem eigentlich auffallen müsste, dass große Reformbewegungen, bei deren Veranstaltungen nur die Handvoll der Organisatorinnen auftreten, vielleicht nicht zwingend so groß sind. Was wohl deshalb nicht ins Gewicht fällt, weil man deren Meinungen teilt und sich mit ihnen gemein macht. Wie war das doch gleich? Sich nicht mit einer Sache gemein machen, auch wenn es die gute Sache ist. Aber Hanns Joachim Friedrichs ist ja nun schon verstorben, muss er zumindest nicht mit ansehen, wie sein Berufsstand heruntergekommen ist.


Nachtrag 17.08.2019:

„… sagt Magnus Lux vom Bundesteam „Wir sind Kirche“, der ebenfalls aus Schonungen kommt und dessen Frau Ursula Lux, Mitarbeiterin dieser Redaktion, als erste über den Vorfall berichtet hat.“ – Quelle: Main Post

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