Greta Thunberg – Der Mechanismus der liberalen Elite läuft heiß

Ja, auch ich habe letzte Woche das Video von Greta Thunberg’s Rede auf dem UN-Klimagipfel hier online gestellt. Interessant sind aber auch die Reaktionen darauf.

Die Vorwürfe der 15jährigen Schülerin Greta Thunberg müssen einige recht hart getroffen haben, vor allem scheint beim ein oder anderen auch die Befürchtung zu existieren, die Worte der jungen Schwedin könnten nachwirken. 

In den Medien wurde die Rede nicht verschwiegen, aber auch nicht gerade gepuscht. Man veröffentlichte meist eine kurze Nachricht irgendwo hinten im Politikteil. Nicht verschweigen, aber bitte auch nicht hochkochen, man will später nur behaupten können, es ja doch gebracht zu haben. In den sozialen Medien machte die kurze Rede dennoch die Runde. In nur wenigen Minuten war es Greta Thunberg gelungen die ganze Aussichtlosigkeit der Misere auf den Punkt zu bringen. Das Nichtstun gegen den Klimawandel, wer davon profitiert, und das die jetzige Generation den Schaden wissentlich der folgenden überlässt.

Die Alarmanlagen der Elite schlugen an, sie schickten ihre treuen Meinungsmacher in die Diskussion. Ansgar Graw etwa, Chef-Reporter der Welt, an deren Systemtreu nun wahrlich niemand zweifeln kann. Besonders brillant hat sich Graw in seinem Kommentar Was an der Rede der jungen Greta nicht stimmte allerdings nicht geschlagen. Im Gegenteil, er machte nicht einmal einen wirklichen Versuch der Widerlegung, sondern verlegte sich auf das Gebiet der Relativierung. Das ist freilich sehr schwach, wenn er etwa den Westen verteidigt, der ja etwas für den Klimaschutz tue, um dann einschränken zu müssen, dass es wenig sei. Peinlich wird es, als er sich bemüht sieht zu erwähnen, das Greta Thunberg zwar für viele Jugendliche gesprochen habe, aber nicht „die Jugend“. Offenbar hat er in der Kantine kurz mal mit ein paar Springer Volontären gesprochen. Mit der Vehemenz eines Kalten Kriegers schwingt er sich auf das System zu verteidigen, die Kommunistenkeule geschwungen. Ich kann mich allerdings nicht erinnern irgendwelche sozialistischen Elemente in Greta Thunbergs Rede gehört zu haben. Aber egal, wer nicht für das System ist, ist Kommunist! (Oder Nazi, hängt vom Zusammenhang ab.) Es folgt ein kleiner Lobgesang und der Hinweis, dass man den Schwellenländern ja schwer verbieten könne sich auch Autos, Klimaanlagen usf. zulegen zu wollen. Das dieser Umstand Bestandteil des Systemversagens ist, darauf kommt er natürlich nicht. Am Ende ist er sich nicht einmal zu schade, die Mutmaßung in den Raum zu stellen, die Rede sei von Erwachsenen geschrieben worden. Das wäre dann besonders schlimm, „Kinderarbeit, gewissermaßen“, wie er schreibt. Sollte Greta Thunberg sich das selbst ausgedacht haben, wäre es nicht ganz so schlimm, in der Jugend sei das verzeihlich.

Wie gesagt, was Ansgar Graw dort abgeliefert hat, war eher ein journalistisch minderwertig und leicht durchschaubarer Versuch mit einem Kommentar seinen Herren und Meistern beizuspringen. Das dies einer vom Liberalismus/Kapitalismus indoktrinierten Leserschaft genügt, ist anzunehmen, das er aber offene Geister offenbar für dämlich hält, sein Fehler. 

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