Amnesty International in der Kritik

NGOs leben davon, dass die Menschen glauben, sie seien die letzten Kämpfer für das Gute. Mit den eigenen Leuten scheint man anders umzuspringen.

1961 von Peter Benenson ins Leben gerufen gehört Amnesty International zweifellos zur ersten Liga der NGOs. Der Namen ist so bekannt, und hat vor allem einen so guten Klang, dass man sich eigentlich auf Jahre hinaus keine großen Sorgen über ausbleibende Spenden, Erbschaften oder sonstige Förderungen machen muss.

Das ist auch nicht unverdient. In seiner Geschichte hat Amnesty sich lautstark gegen Unterdrückung zu Wort gemeldet, und den Unterdrückten beigestanden – ganz so, wie es Peter Benenson gewollt hatte. Der 2005 gestorbene Engländer, Labourmann und zum Katholizismus konvertierte Jude, hat der Organisation seinen Stempel aufgedrückt.

Amnesty hat es ihm gedankt, erst nach seinem Rückzug und Tod hat die Organisation etwa ihre Position zur Abtreibung geändert bzw. Abtreibung als Mobilisierungsthema entdeckt. 2007 forderte man noch freien Zugang zu Abtreibungen nach Vergewaltigungen oder Inzest, letztes Jahr lies man dann die Maske komplett fallen, in dem man Abtreibung kurzerhand zum Menschenrecht erklärte.

Mit den Menschenrechten untereinander nahm man es allerdings nicht ganz so genau. Zwei Mitarbeiterinnen in Genf und Paris mussten erst Selbstmord begehen, damit die Führungsspitze von Amnesty International das Arbeitsklima in den eigenen Reihen untersuchte. Wie jetzt erst bekannt wurde, zog man inzwischen Konsequenzen: Fünf der sieben Mitglieder der Generaldirektion mussten gehen. Versorgt mit großzügigen Abfindungen, die unter den Angestellten bei Amnesty für zusätzlichen Unmut sorgten. Amnesty rechtfertigte die Abfindungen mit dem Hinweis, die ehemaligen Manager hätten für ihre Arbeit eine vergleichsweise geringe Bezahlung bekommen (siehe FAZ). Die Höhe der Abfindung ist nicht bekannt, aber wenn man bedenkt, dass die ehemalige Generalsekretärin Irene Khan eine halbe Million Pfund als Abfindung kassierte, dürfte man davon ausgehen, dass die betroffenen Mitglieder der Generaldirektion nicht gleich Sozialhilfe beantragen müssen – ohnehin, offiziell müssen sie auch erst im Oktober gehen, und dürften ihre ach so niedrigen Gehälter bis dahin noch beziehen.

Dem Spendenaufkommen in Deutschland dürfte das wenig schaden, der Kampf gegen das ungeborene Leben und die anti-israelisch bis antisemitische Agitation ist also noch immer auf Jahre hinaus finanziell gut abgesichert.

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