Aachener Friedenspreis für Antisemiten – mal wieder

Der Aachener Friedenspreis ist nicht der Karlspreis. Einen gewissen Klang hat er dennoch, zu Unrecht, wie die Verleihung an Ruslan Kozaba zeigt.

Pazifismus ist wahrscheinlich eines der Leitmotive des Vereins, der alljährlich den Aachener Friedenspreis verleiht. Man zeichnete schon mal Schulen aus, die Jugendoffizieren der Bundeswehr den Zutritt verweigerten, oder verklagte Angela Merkel wegen des Führens eines Angriffskrieges.

Und auch wenn man den Friedenspreis nicht mit dem ebenfalls in Aachen verliehenen Karlspreis verwechseln darf, der Verein hat namhafte Mitgliedsorganisationen. Die Stadt Aachen, aber auch die örtliche SPD und die Grünen, den DGB Nordrhein-Westfalen, den Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, der evangelische Kirchenkreis Aachen oder auch Misereor.

In diesem Jahr wird dem ukrainischen Journalisten Ruslan Kozaba der Aachener Friedenspreis verliehen. Er demonstrierte schon gegen die Sowjets, war an der Orangenen Revolution beteiligt und setzt sich für den Frieden in der Ostukraine ein. Der Pazifist scheint ein würdiger Preisträger zu sein. Und tatsächlich findet sich etwa bei Wikipedia, und auch der WDR hatte vor kurzem nur lobende Worte für Ruslan Kozaba übrig.

Die Juden haben Stalin und Hitler gezüchtet – der Holocaust war die Strafe dafür. […] Die Juden erinnern sich an diese Periode vermutlich mit Trauer, daran, wie sie wie Schafe dahinliefen, und zu Tausenden erschossen wurden, obwohl sie nur von ein, zwei Maschinengewehrschützen bewacht wurden, obwohl sie doch mit ihren Körpermassen jeden Konvoi hätten erdrücken können. Aber sie spürten eben, dass sie eine Strafe zu verbüßen haben, dafür, dass sie den Nationalsozialismus heranzüchteten, den Kommunismus heranzüchteten.

Ruslan Kozaba – Videoquelle

Ich weiß ja nicht, in was für einer Welt der WDR oder die Wikipedia-Autoren leben, aber in meiner Welt ist jemand, der so etwas sagt, ein dreckiger scheiß Antisemit. So jemand verleiht man keine Preise, es sei denn natürlich man ist selbst einer. Und in der Tat ist das nicht das erste Mal, dass der Aachener Friedenspreis wegen Antisemitismus in die Schlagzeilen gerät. D.h., er gerät ja eigentlich nicht in die Schlagzeilen, weil dem WDR eine solche Aussage offenbar keiner Würdigung wert ist. Man schließt sich lieber der schönen linken Welt an, in der wir doch alle Frieden wollen und in der Antisemitismus immer mehr zum guten Ton gehören zu scheint. Das mit den Sozialdemokraten, den Grünen, den Vertretern der offiziellen Kirchen, dem DGB dort Organisationen mit am Tisch sitzen, die offiziell Antisemitismus natürlich ablehnen, scheint ein Widerspruch zu sein. Es sei denn, man bezieht mit ein, wer hier antisemitistisch ist. Sind es die richtigen Leute, also die eigenen, die mit denen man sonst einer Meinung ist, dann wird über solch abscheuliche Aussagen hinweg gesehen. Antisemitismus als das zu bezeichnen, was er wirklich ist, nämlich falsch und ein Ausdruck der Menschenverachtung, dass tut man offensichtlich nur dann, wenn die anderen sich entsprechend äußern.

Das spricht für sich, mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.

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