Will Axel Voss Youtube verbieten?

Ein europäischer Politiker, der Youtube verbieten möchte. Eigentlich unglaublich, aber gerade Axel Voss traut man inzwischen alles zu.

Die Diskussion über die kommende EU-Urheberrechtsreform, und sie wird so leider wohl auch kommen, hat den Bundestag erreicht. Der CDU-Mann Ansgar Heveling fühlte sich sogar so pathetisch im Kampf gegen die Meinungsfreiheit das Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen zu zitieren. Ich bin versucht in der Phoenix Mediathek nachzusehen, ober er vielleicht sogar gesungen hat. Vielleicht wäre das zumindest noch ein kleines Highlight in einer Debatte gewesen, die recht vorhersehbar war. Linke und AfD regen sich auf, Grüne und FDP empören sich, die Sozi tun so als seien sie dagegen, obwohl sie dafür stimmen, und die CDU ist noch immer nicht irritiert, dass ihr eine geschlossene Scharr von Experten Unfähigkeit attestiert. Aber am Ende ist es eh egal, weil wenn über ein Jahrzehnt Angela Merkel in der bundesrepublikanischen Struktur etwas geschafft hat, dann die Entmachtung der Legislative. Ein absurdes Theater, dessen Hauptnachteil darin besteht, die Realität abzubilden.

Aber die ganz große Show hat wohl Axel Voss abgezogen, das Master-Brain hinter der EU-Initiative für ein neues Urheberrecht. Ein Interview mit der Deutschen Welle wird im Googlewatchblog wie folgt zitiert:

„[Youtube hat] ein Geschäftsmodell auf dem Eigentum anderer Leute aufgebaut – auf urheberrechtlich geschützten Werken. Wenn es die Absicht der Plattform ist, Leuten Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken zu geben, dann müssen wir darüber nachdenken, ob diese Art von Geschäft existieren sollte.“

Axel Voss

Bitte, was?! Mal unter uns, ist schon klar, dass es inzwischen auch eine Menge Videos auf Youtube gibt, die nicht gerade Wahlwerbung für Voss und die CDU sind, aber Youtube gleich mit fadenscheinigen Argumenten verbieten? Mal abgesehen davon, dass der CDU-Logik nach diese Videos ja nicht von echten Menschen aus Fleisch und Blut stammen, sondern von Bots. Ziemlich gute Bots, die sogar als Holograme Protestschilder hochhalten können!

Das wirklich Üble an der Sache ist ja noch immer, das die das auch glauben. Ich meine, wenn sie es besser wüssten, aber für Bestechungsgelder der Verlage lügen würden, dann wären sie wenigstens diabolisch, oder sowas. Aber so scheint der einzige Schluss zu sein: Demokratie ist, wo die Doofen in die Politik gehen, damit die Reichen sich nicht so anstrengen müssen, zu bekommen, was sie wollen.

An dieser Stelle noch die Empfehlung für folgendes Video von HerrNewstime, der es auch noch nicht richtig fassen kann:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.