Als Indianer verkleiden? VERBOTEN!

Neu in der Reihe „Jetzt drehen sie komplett durch“, die Gedanken des ista über einen vorurteilsfreien Fasching in einer Kita.

Wenn etwas in der BILD angekommen ist, ist es sozusagen offiziell. Auch wenn die BILD das Thema relativ spät aufgegriffen hat, denn jene Hamburger Kita, die die Eltern bat ihre Kinder doch bitte nicht als Indianer verkleidet in die Kita zu bringen, ging ja schon etwas früher durch die Medien.

Die Hamburger Kita beruft sich mit ihrem Verhalten auf eine Broschüre des Institut für den Situationsansatz: „Fasching – vorurteilsbewusst feiern“ Gefördert – ACHTUNG, ÜBERASCHUNG (nicht) – vom Bundesfamilienministerium.

Ich hab mir diese Broschüre, die übrigens bereits aus dem Jahr 2016 stammt, mal angesehen. Es ist einer dieser Texte, bei denen man Weinen könnte vor Lachen, oder Lachen vor lauter Weinen … egal.

Aufhänger für die Medien waren bekanntlich die Indianer. (Obwohl zum Beispiel auch ein als Scheich kostümierter Junge als unerwünscht galt.) Natürlich wird in der Broschüre selbst, der Begriff „Indianer“ nur verwendet, um ihn als diskriminierend zu outen:

„Die sogenannten »Indianer« gibt es nicht und gab es nie. Der Begriff wurde im Zuge der Kolonialisierung Nord- und Südamerikas der damaligen Bevölkerung aufgezwungen und steht somit in Zusammenhang mit der brutalen Vernichtung großer Teile dieser Personengruppe.“

Im Großen und Ganzen ist das gar nicht falsch, und zum gegebenen Zeitpunkt sollten man das den Kindern auch erklären. Aber würden die Macher dieser Broschüre dann auch von folgenden Dingen berichten:

  • Die Inkas opferten in einem Ritual alljährlich jeweils ein kleines Kind aus ihrem Stamm den Göttern.
  • Die Azteken feierten die Gründung des heutigen Mexico City damit, eine benachbarte Häuptlingstochter lebendig zu häuten und in deren Haut dem entsetzten Vater einen Tanz vorzuführen.
  • Forscher gehen heute davon aus, dass ein wesentlicher Faktor zum Untergang der Mayas deren schonungsloser Umgang mit der Umwelt war.

Und ohne jetzt ein ausgewiesener Fachmann für die amerikanischen Ureinwohner zu sein, ich glaube zu wissen, dass in Tipis Gendering unbekannt war und die typische Familie aus Mann, Frau und Kindern bestand.

Aber ich bin ja ein Rassist, schließlich nenne ich Indianer noch „amerikanische Ureinwohner“, denn laut der ista ist der neue politisch korrekte Begriff jetzt „amerikanische Erstbewohner_Innen“. (Das sollte sich der Leser notieren, das ist wichtig!)

Aber ich bin wieder zu hart, den das ista will natürlich das Beste für unsere Kinder. So zeigt sich im Fasching etwa auch alljährlich der geradezu unmenschliche Druck auf die Kinder, sich als Junge oder Mädchen zu definieren. Mädchen werden in Prinzessinnen-Kostüme gezwungen, müssen als Fee verkleidet auf die Straße. Jungs schämen sich, weil sie schon wieder als Pirat gehen müssen, und nicht mal als Meerjungmann! Reinste Kindesmisshandlung! (Übrigens, nein, das mit dem Meerjungmann habe ich mir nicht ausgedacht, auch das ist in dieser Broschüre zu finden.)

Irgendwie scheinen die Verfasser dieses grandiosen Bullshits allerdings zu ahnen, dass sie im Wesentlichen grandiosen Bullshit verfasst haben. In der hintersten Ecke ihres durchideologisierten Gehirns nagt der Zweifel: Was ist, wenn Mädchen oder Jungen sich aber so verkleiden wollen? Was macht man, wenn das Mädchen eine Prinzessin sein möchte, und kein Superheld? Was macht man, wenn der Bub sich nicht im Feenkostüm auf die Straße traut?

„Warum dem Superhelden-Kostüm nicht einen Glitzerumhang basteln? Und zur Fee passen Pfeil und Bogen eigentlich ganz gut. „

Hah, Problem gelöst!!! Allerdings könnte eine Fee mit Pfeil und Bogen von oberflächlichen Beobachtern leicht mit Armor verwechselt werden, der bekanntlich eine männliche Figur war, womit der Effekt natürlich neutralisiert wäre. Problem fast gelöst.

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