Der Konservative — Konservatismus ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.

Was ist das Volk?

Der Volksbegriff lässt sich auf unterschiedliche Arten definieren. Die Ethnie, die gemeinsame Kultur oder ein Bekenntnis.


Volk, Volkssouveränität, Verfassung – Dr. Maximilian Krah

Die Ethnie halte ich persönlich nicht nur für problematisch, weil sie schlicht Nationalismus ist, aber auch, weil es eine reine Ethnie an sich nicht gibt. Ein durch die Ethnie definiertes Volk kann immer nur konstruiert werden, in dem man an einem bestimmten historischen Punkt einen Schnitt macht. Die gemeinsame Kultur ist Grundlage für die Deutschen geworden, als einigendes Band, das letztlich 1871 zur Einheit geführt hat. Das Bekenntnis mag man als französischen Weg sehen, aber wie realistisch ist dieser Weg wirklich? Und kann er, wie moderne, sprich globalisierte Politiker es wünschen, auch Basis des deutschen Volkes sein?

Zweifel sind angebracht. Kann allein das Bekenntnis zum Grundgesetz definieren wer Deutscher ist? Oder mehr noch, sich als Deutscher fühlt? Ist man nicht eher Deutscher, weil man die deutsche Sprache spricht, die deutsche Kultur lebt … was auf der anderen Seite abnimmt, und so scheinbar auch explizit nicht mehr gewollt scheint. Zumindest keine Förderung erfährt, wenn nicht gar von der globalisierten Elite bekämpft wird, weil ein Nationalgefühl der Individualisierung und der Wandelung vom Bürger zum Konsumenten entgegensteht.

Gewollt haben es die Väter und Mütter des Grundgesetzes jedenfalls so nicht, denn sie definieren wer Deutscher ist. Und interessanter, ein Punkt, der auch im obigen Vortrag genannt wird, das Grundgesetz unterscheidet zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen. Das tut es mit Bedacht und Versand. Es sagt, die Würde des Menschen ist unantastbar, in Artikel 20 aber wird die Versammlungsfreiheit tatsächlich nicht den Menschen an sich, sondern den Deutschen garantiert. In der Praxis gilt die Versammlungsfreiheit natürlich für jeden innerhalb Deutschlands, was man vernunftmäßig auch nicht kritisieren kann. Es bleibt aber dennoch die Tatsache, dass das Grundgesetz eine Unterscheidung trifft. Und es stellt jene, die ein bloßes Bekenntnis zum Grundgesetz als Voraussetzung sehen, vor eine Gretchenfrage. Meinen sie das Grundgesetz, oder nicht doch ihre Interpretation des Grundgesetzes, die vom Wortlaut auch weit abweichen kann.

Die Wahl einer kulturellen Basis war meiner Ansicht nach eine kluge Entscheidung, die man im 19. Jahrhundert getroffen hat. Sie findet ein gesundes Mittel, in dem sie weder Ethnie noch zeitgeist-abhängiges Bekenntnis darstellt. Sie setzt zugleich Hürden, die keine Beliebigkeit entstehen lässt, zugleich sind diese Hürden aber der gestalten, das nicht allein Deutscher sein kann, wer in diese Kultur geboren wird, sondern auch jener, der bereit ist diese Kultur zu leben.

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