Der Konservative — Konservatismus ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.

35C3 – Politisch okkupiert, ideologisch verblendet & stolz darauf

Bei NETZPOLITIK.ORG schreibt sich Markus Reuter einen regelrechten Orgasmus zurecht, so begeistert war er vom 35C3 Hackerkongress in Leipzig.

Wenn dich das ehemalige Verkündungsorgan der SED toll findet, solltest du mal darüber nachdenken, ob das wirklich so gut ist. Ich sag jetzt mal da böse Wort „Unrechtsstaat“, das Neue Deutschland log, betrog und schrieb die Verbrechen dort schön, oder deklarierte sie als notwendig für den Sieg des Sozialismus. (Oder was die SED-Bonzen für Sozialismus hielten, worüber man ja auch diskutieren könnte.) Nur diskutieren, na ja, dazu bedarf es zweier Meinungen. Wenn aber zwei Menschen mit derselben Meinung miteinander kommunizieren, diskutieren sie nicht, sondern sie bestätigen sich gegenseitig. Es sagt viel aus, dass man solche grundlegenden Dinge im Deutschland des Jahres 2019 erklären muss, oder?

Der alljährliche Chaos Communication Congress war mal ein Hackertreffen, auf dem eben jene Hacker demonstrierten, dass sie nicht die bösen Typen in Kapuzenpullis sind, die in dunklen Kellern die Computer anderer Leute knacken und Schaden anrichten. Sondern viel mehr engagierte Leute, die andere auf Sicherheitslücken hinwiesen und demonstrierten, wie die Vernetzung, Computer und Digitalisierung unser alltägliches Leben verändern. Und welche Gefahren damit einhergehen, auch – oder gerade – für jene Menschen, die das nicht glauben wollten oder sich nicht mit dem Thema beschäftigten. Sowas wie das Jahrestreffen jener Nerds, die eben gerade nicht in ihrem stillen Kämmerchen hacken, sondern aktiv an der Gestaltung und dem Schutz der Gesellschaft mitmachen wollten.

Ja, soweit zur guten alten Zeit …

Nun hält sich Netzpolitik für eine journalistische Plattform der neuen Zeit, nüchtern betrachtet ist es ein Blog, geführt von Gesinnungsjournalisten. Wenn das die neuen Zeiten des Journalismus sind, na dann gute Nacht.

Ich meine ja, man kann die Kommerzialisierung der re:publica bedauern, in dem man betont, dass beim C3 eben gerade keine Unternehmen vertreten sind – oder Gott bewahre, die Marketingabteilung der Bundeswehr teilnehmen möchte. Wenn Reuter allerdings frohlockt, es gebe „keine Zwänge von jemandem – außer den Teilnehmenden selbst – zu gefallen oder Kompromisse einzugehen“, dann hat er damit natürlich unabsichtlich die Wahrheit ausgesprochen. Natürlich gibt es einen Zwang: Du bist so wie wir, oder wir wollen dich hier nicht haben. Das bedeutete beim 35C3 zum Beispiel einer riesigen Flagge der Antifa zu huldigen, wie bildlich bei Netzpolitik stolz festgehalten wurde. Jubelnd reckt eine schwarz vermummte Gestalt die Faust zu einer Siegesgeste in die Höhe, neben ihm steht ein zweiter, mit Regenbogenskimaske Verhüllter neben ihm. Sage noch mal einer, der Schwarze Block hätte keinen modischen Mut zur Farbe. (Die Farben Schwarz-Weiß-Rot, ein weißer Kreis in der Mitte. Gab es da nicht auch mal eine andere Fahne mit dieser Zusammensetzung?)

Die schwarze Faust des Sieges, ist aber kein Zeichen der Freiheit, sie ist ein Zeichen der Intoleranz.

Allen schien diese Okkupierung im Namen der Intoleranz nicht zu gefallen, Markus Reuter diffamiert sie vorsorglich als „lautstarke Blogger“ und „rechte Trolle“. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Wer kein Antifaschist ist, ist ein Faschist. Ist ja auch irgendwie logisch, oder?

Natürlich ging es letzten Endes wohl hauptsächlich noch um Technik, um die ursprüngliche Sache. Aber im Grunde gilt der alte Grundsatz, die Technologie ist weder gut noch schlecht, sie befreit die Menschen nicht, sie versklavt sie aber auch nicht – das tun die Menschen, die sich ihrer bedienen. Die Algorithmen sind nicht das Problem, die menschliche Software der Ideologie indessen schon. Und davon scheint es auch jede Menge gegen zu haben, so durfte auch das Modethema Gender nicht fehlen, jene Sperrspitze der sich progressiv nennenden Elite, die noch immer recht erfolgreich vortäuschen kann, dass Gender irgendetwas an der realen Benachteiligung der Frau in der Gesellschaft ändern kann.

Parata Camice Nere in Corso Libertà a Bolzano.jpg
Von LlorenziEigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Das Motto des 35C3 „Refreshing Memories“ sollte an die Weimarer Zeit erinnern. Frei nach dem Motto, je größer der Feind, desto größer der eigene Verdienst ihn zu bekämpfen, wird das alte Spiel gespielt, in dem man die AfD zur modernen NSDAP hochstilisiert. Eine Form der Relativierung der Nazi-Verbrechen und des Holocaust, die merkwürdigerweise keinen Widerspruch erweckt. Übrigens, wenn jemand dort in Schwarz herummarschiert wie einst die Schwarzhemden des italienischen Faschismus, dann ist es – richtig – der nette schwarzvermummte junge Mann von der Antifa. Aber macht ja eigentlich auch nichts, Mussolini war bekanntlich in jungen Jahren auch ein glühender Sozialist. Und von ideologischen Massenveranstaltungen hat der Duce auch ein bisschen was verstanden.

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